Lesung in Bammental – Andrea van Bebber liest aus ihrem Roman „Lieber nie als heute“

Am Mittwochabend (04.02.2015) begrüßte die Büchereileiterin Frau Petra Köhler mehr als 70 Gäste in der Gemeindebücherei Bammental, die sie mit Kerzen, Blumen und gedämpftem Licht in einen intimen Literatursalon verwandelt hatte. Die Literaturliebhaber waren gekommen, um einen Abend mit der heimischen Autorin Andrea van Bebber zu verbringen, die ihren neuen Roman „Lieber nie als heute“ vorstellte.

Die Lesung wurde von einer interessanten Audio-Slideshow eingeleitet — sie zeigte Arbeiten von Aljoscha van Bebber, der seit Jahren in der Mannheimer Graffiti-Szene aktiv ist. Vor den Augen des Publikums entfalteten sich unter anderem einige bearbeitete und verfremdete Fotografien, die den Roman schmücken, begleitet mit elektronischer Musik von Benjamin und Aljoscha van Bebber. Daraufhin ließ Andrea van Bebber ihre ausdrucksstarken Figuren zu Wort kommen. Die ausgewählten Auszüge stellten in Form eines Literatur-Croquis die Hauptfiguren des Romans vor. Jedem Charakter wurde eine Stimme verliehen und mit jedem Abschnitt erkannte der Zuhörer zunehmend die jeweilige Meinung der Figur zu der unangenehmen Lage des jungen Aslan Yilmaz, eines islamisch aufgezogenen Teenagers, der aufgrund seiner Homosexualität von seiner Familie verstoßen wurde und nun in der Therapeutischen Wohngruppe eines Jugendheims lebt. Im Laufe des Abends wurde deutlich, dass alle Figuren derart von ihrer sozialen Schicht, Kultur, Erziehung und ihren steifen Vorgehensschemata vorbelastet sind, dass ihre Haltungen, Ratschläge, Eingriffe und „Hilfestellungen“ stümperhaft an Aslans wahrer Lage vorbeizugehen scheinen.

Nach einer kleinen Pause, in der die Gäste beim Genießen der Getränke und Häppchen erste Eindrücke über das Buch austauschen konnten, ging die Lesung mit weiteren spannenden Romanauszügen weiter. Mit einigen lockeren Wortgefechten der Figuren, die für Lacher im Publikum sorgten, beendete die Autorin Andrea van Bebber die Lesung, ohne zu viel über den Ausgang des Romans zu verraten. Die anschließenden Fragen der Besucher entlockten der Autorin ein paar Antworten, die tiefere Einblicke in den Entstehungsprozess des Romans erlaubten.

Am Ende konnten interessierte Besucher am Büchertisch, den Frau Barbara Sigloch, Inhaberin der Buchhandlung STAIGER, aufstellen ließ, Kopien des Romans erwerben. Das erlaubte den Besuchern, ihre Exemplare auch gleich von der Autorin signieren zu lassen. In dieser lockeren Stimmung wechselten Gäste und Autorin einige Worte über den Roman und die Veranstaltung – so fand ein gelungener Abend seinen Ausklang.

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